Zahlen und Wahrheiten

Der Wolf erzeugt keinen Mensch-Tier-Konflikt, sondern Konflikte zwischen Menschen mit verschiedenem Interesse!Es geht immer um menschlichen Besitz, um mögliche Gewinne oder um die Angst vor Verlusten, oder des Verzichts!
Im Jahr 2000 sind die ersten Wolfswelpen in Freiheit geboren, erblickten auf einem Truppenübungsplatz in der sächsischen Oberlausitz erstmalig das Licht der Welt. Seitdem erobern sich Wölfe langsam ihre jahrtausendalten Lebensräume zurück und in jedem Jahr ziehen sie erfolgreich Nachwuchs in Deutschland auf.
Im aktuellen Monitoringjahr sind 119 Wolfsterritorien bekannt. Es gab Nachweise für 94 Rudel, 10 Paare und 15 territoriale Einzeltiere. In 89 Rudeln konnte Reproduktion nachgewiesen und mit insgesamt 319 Welpen bestätigt werden. Die Gesamtanzahl lässt sich wegen der Welpen und der hohen Verluste nie genau ermitteln, man schätzt daher ca. 1.600-2.100 Wölfe in Deutschland.
Seit Rückkehr der Wölfe sind ca. 700 Wölfe im Straßenverkehr verunfallt. 13 Wölfe wurden angeordnet “entnommen”. Mind. 84 bestätigte illegal getöteten plus einer sehr hohen Anzahl illegal getöteten, vergrabenen und verbrannten Wölfen!
Auch natürliche Dezimierung wie Alter, Krankheiten wie Räude, durch Jagdverletzungen, oder Verletzungen bei Revierstreitigkeiten, verringern die Anzahl. Innerhalb eines Territoriums aber hält sich der Bestand weitestgehend konstant um 4-12 Tiere.Die Rückeroberung hält an, es sind noch viele mögliche Territorien frei. Übrigens nur das ist der Grund, warum es “immer mehr werden” in Deutschland, wie die Medien oft und manipulativ darstellen. Eine vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Auftrag gegebene Studie hat ergeben, dass in Deutschland theoretisch geeigneter Lebensraum für 700 bis 1.400 Wolfs-Territorien vorhanden ist, betont wurde, dass das keine Prognose ist, sondern nur eine theoretische Möglichkeit.
Die Studie untermauert unsere Aufforderung an die Bundesländer: Herdenschutz ist in allen Landschaftstypen Deutschlands notwendig, weil früher oder später dort Wölfe sesshaft werden könnten, oder zumindest durchziehen. Weidetierhalter*innen müssen sich so früh wie möglich mit Herdenschutzsystemen vertraut machen, sie müssen geschult werden und die Anschaffung von Material sollte unterstützt werden. Herdenschutz funktioniert überall wie zB. Schäfer Stefan Erb sogar an den Deichen beweist.Immer wieder werden die auf die Wildtiere selektiv agierenden und für die Natur wichtigen Räuber als Bestien dargestellt. Hat der Mensch eigentlich das Recht dazu? Einige Netzfunde dazu:
23.08.2023 · Nach dem Fund von 700 toten Schweinen in den Stallungen eines Landwirts im Kreis Plön ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen 43 Jahre alten Mann. Dem Landwirt aus Großharrie wird nach Angaben der Behörde ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorgeworfen.
22.05.2023 · Dutzende tote Rinder sind im Landkreis Rosenheim gefunden worden – teils schon verwest. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Traunstein …
13.04.2022 · Imago/Westend. Einem Landwirt aus Franken wurde vorgeworfen, über 200 Rinder durch Unterlassen getötet beziehungsweise misshandelt zu haben …
13.04.2022 · Urteil in Ansbach. Rund 160 Rinder im Stall verendet – Landwirt zur Bewährungsstrafe verurteilt.
26.05.2021 · Etwa 200 Rinder des Landwirtes sind qualvoll verendet. Rund 150 tote Tiere wurden am Pfingstsonntag entdeckt, die weiteren starben wenig später …
usw. und so fort …
Außerdem werfen wir Verbraucher pro Jahr folgende Fleischmengen umgerechnet achtlos in den Müll:
50.000 Rinder, 360.000 Enten, 450.000 Puten, 640.000 Schweine und 8.900.000 Hühner (Quelle: “Fleischatlas 2021”).

4.000 Risse hatten wir durch den Wolf jetzt insgesamt. Erwiesenermaßen, also DNA bestätigt, denn noch immer reißen mehr Hunde Schafe als Wölfe.
Wölfe, die Welpen zu verpflegen haben, die selbstverständlich den einfachsten Weg zur Beute nutzen, und an einer ungeschützten Weide nun mal nicht vorbeikommen. Warum sollten sie auch? Auch Wölfe wollen sich nicht verletzen, jede Verletzung könnte den Tod bedeuten, vielleicht den des Rudels. Also ran an die oft ungeschützten leicht zu erbeutenden Mahlzeiten.
4.000, ganz klar 4.000 zuviel, aber warum ist der Wolf hier die Bestie? Der Mensch lässt Tiere verhungern, brutal verrecken, tötet völlig umsonst, oft sogar aus Lust und ohne Nutzen!
Der Wolf “entnimmt” um zu überleben, erfüllt dabei in wichtiger Selektion natürliche Aufgaben. Wären die betroffenen Weiden mit einem korrekten Wolfsschutzzaun versehen gewesen, optimaler Weise dann noch mit Wolfschutzhunden geschützt, wären theoretisch höchstens 120 Tiere umgekommen. Absolut zu verschmerzen bei dem Gewinn an Natur. Da wo der Wolf ist, ist der Wildbestand gesünder!

Aus jahrelanger Kot-Untersuchung weiß man um die Nahrung der Wölfe, es sind je nach Territorium ca. 50% Rehwild, 20% Schwarzwild, 13% Rotwild, 6% Damwild, natürlich auch Hase, Biber und Nutria, sowie ca <1% Nutztiere/Weidetiere.
Diese 1% müssen wir gegen Null bringen. In vom Wolf erschlossenen Wolfsregionen sollten präventiv (!) Weidetierhalten angesprochen, angeschrieben werden, wenn die Weitetiere ungenügend geschützt sind, gern zB. von weiteren und geschulten Wolfsberatern. Wenn dann dort Risse zu beklagen sind, sollte sich die juristische Lage sofort umkehren, dann wurden die Tiere nicht gemäß dem Tierschutzgesetz geschützt, ein Ausgleich darf dann nicht stattfinden und weitere Schritte sollten überlegt werden. Weidetierhalter, die sich weiterhin gegen Schutzmaßnahmen wehren, sollten die Konsequenzen selber tragen müssen.
Am Bahnhof sichere ich mein Fahrrad, das Auto schließe ich ab, das Haus verlasse ich bei verschlossener Tür, damit bei Verlust die Versicherung greift.

Über einen Kommentar oder Gästbucheintrag würde ich mich sehr freuen.

3 Kommentare zu „Zahlen und Wahrheiten“

  1. Das hast du sehr schön geschrieben. Ich bin völlig deiner Meinung!
    Die Verhältnismäßigkeit beim Umgang mit dem Wolf ist in der Öffentlichkeit nicht gegeben. Solche Artikel sollten Pflichtlektüre für Wolfsgegner sein um das Bild wieder etwas gerade zu rücken.

    Weiter so!

    LG Christian .

  2. Links Deiner Webseite sollten an Schulen verteilt werden, damit Kinder mal etwas sinnvolles lernen.

    Es gibt Berichte über einen großen Brand in einer Schweinezuchtanlage in Alt Tellin, Mecklenburg-Vorpommern, bei dem mindestens 55.000 Muttersauen und Ferkel verbrannt sind. Der Vergleich zu einem Mundraub durch einen Wolf steht in einem so krassen Verhältnis, dass man nicht nur lachen sondern auch heulen müsste. Die Tragödie im Schweinemastbetrieb war vorprogrammiert: trotz völlig unzureichendem Brandschutzkonzept, Widerstand der Anwohner und einer Klage, die bereits 2012 eingereicht wurde und seit 2017 verhandelt wird, aber immer noch nicht abgeschlossen ist, durfte die Anlage jahrelang in Betrieb bleiben.

    Und das ist nur 1 Fall der aufgedeckt wurde. Andere Fälle sind Aktenleichen oder für die Polizei nicht so von öffentlichem Interesse wie Mord, Totschlag oder Vergewaltigung.

    Wie die Aufklärungsquote bei kriminellen Jägern ist, die Tiere mit dem höchsten Schutzstatus, z.B. Wolf und Seeadler aus niederen Bewegründen töten, ist doch auch bekannt – Null!

    Der Mensch ist noch nicht einmal klaren Verstandes, die Sinnhaftigkeit eines neuen Naturschutzgebietes mehrheitlich zu akzeptieren. Da käme ja etwas Neues auf sie zu, mit ungeahnten Neuerungen, möglichen Einschränkungen etc. Siehe Planung Naturschutzgebiet Ostsee. Man will es einfach nicht … Der Homo sapiens ein unreifes egoistisches Kind.

  3. Mal wieder ein typischer Guido-Beitrag 👏👏👏👏.
    Das Thema Verstoß gegen das Tierschutzgesetz hatten wir ja schon mal beim Riss von Dolly andiskutiert. Nach dem Tierschutzgesetz müssen wir unsere Tiere artgerecht halten und dürfen sie keinem Leid aussetzen. Bei Dolly ist das passiert, weil trotz Wissen um das Wolfsrudel keinerlei Schutzmaßnahmen getroffen wurden. Nicht anders ist das doch auch bei dem älteren Pferd eines Züchters. Millionenschwer, Jäger seit 7 Jahren und weiß angeblich nicht, dass sich das Rudel auf seine ungesicherte Weide begeben könnte. Und dann stellt sich später auch noch heraus, dass es gar keine Wölfe waren, sondern ein Hund. Das wurde aber nirgends groß kommuniziert.
    Eine Neuschäferin an der Ostsee wurde in einer TV-Doku angesprochen, wie sie ihre Herde gegen Wölfe schützt. Antwort: Ach, ich lass das auf mich zukommen und warte ab. Sie riskiert sogar ihre Existenzgrundlage damit, wenn sie abwartet, bis es soweit ist.
    Hätte man vielleicht doch einfach mal Anzeige erstatten sollen? Uns würde das doch auch passieren, falls wir unsere Hunde nicht artgerecht halten und das dann herauskäme. Tolles Foto übrigens 😍

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