
Audio-Version des Beitrags abspielen:
Garantiert KI-frei
Time is up
Wir alle kennen die Gespräche, wenn es um das Wetter geht. Gerade wieder dieser Tage hören wir viele Meinungen. Die älteren „Zeitzeugen“ unter uns erzählen von ähnlicher erlebter Dürre, harten Wintern und bestimmt gleichen Regenmengen. Die Klimaveränderungen seien also Quatsch, es war alles schon immer so. Wirklich?
Tatsächlich gab es immer natürliche Spitzen, also Abweichungen nach oben und nach unten. Durch das nachgewiesene neuzeitliche Trudeln des Jetstreams (Anlage 1) werden solche Extremereignisse aber öfter, auch heftiger und deutlich schneller erscheinen. Entscheidend aber sind die Durchschnittsverläufe, der Anstieg der Temperaturen ist längst deutlich messbar. Diese Daten, weltweit gemessene Werte, lassen sich nicht beschönigen und auch nicht durch „blaue“ Brillen leugnen. Es sind gemessene physikalische Werte, ob durch eine schwarze, rote, grüne, gelbe oder blaue Brille betrachtet.
Auch verwundert es nicht, dass Begrifflichkeiten in ihrer Steigerung fast unbemerkt mitgenommen werden. So war vor Jahren noch von gewaltigen, kaum vorstellbaren Niederschlägen die Rede, später von Monatsmengen an Niederschlägen zu hören. 100 Ltr. in 24 h wie im Ahrtal waren vor Jahren erschreckende Mengen. Nun, aktuell dieser Tage mit dem großen Regen über Österreich, Tschechien und Polen, fiel erstmals der Begriff „Jahresmenge an Niederschlag“ und tatsächlich wurden punktuell unvorstellbare 500 Ltr/m² an einem einzigen Tag gemessen.
Gemessen, also wissenschaftlich erfasst, wird das Wetter seit 1880 weltweit und millionenfach. Echte physikalische Daten von fast 150 Jahren akribischer Wetteraufzeichnung stehen uns heute zur Auswertung zur Verfügung. Die NASA liefert uns diese auf deren Homepage (Anlage 2). Sie bilden das reale Geschehen ab. Die Daten wurden gemessen und notiert, es ist unmöglich, diese zu leugnen, und diese Daten/Fakten haben auch keinen Interpretationsfreiraum.
Um es vorwegzunehmen: Es gab immer schon Extreme in alle Richtungen. Auch stimmt oft der langjährige Durchschnitt an Niederschlag am Ende des Quartals wieder. Wenn z. B. nach 3 elend trockenen Monaten, dann plötzlich 3 Monatsmengen Regen über Nacht fallen, ist die Niederschlagsmenge wie immer für den wissenschaftlichen Laien „durchschnittlich“. Was sagen uns also die echten Daten, also wissenschaftlich und objektiv gemessene Daten? Sie sagen uns längst, dass sich z. B. rechnerisch das 1,5°-Klimaziel überhaupt nicht mehr erreichen lässt (Anlage 3), nicht mal mehr theoretisch, wir haben es längst überschritten. Auch lässt sich rechnerisch selbstverständlich die weitere Entwicklung vorhersagen, es wird zukünftig noch extremer, immer wuchtiger werden Extremwetterereignisse werden auf uns einschlagen.
Umweltveränderungen erfolgten bislang so langsam und schrittweise, dass sie auch über Generationen kaum bemerkt wurden. Schlimmer noch: Selbst wissenschaftlich gemessen und bestätigt, werden diese von unserer persönlichen Wahrnehmung dann noch überspielt.
Der Begriff „Shifting-Baseline-Syndrom“ (übersetzt: „Syndrom der sich verschiebenden Ausgangssituation“) beschreibt genau diesen schleichenden Verlust der Wahrnehmung von Umweltveränderungen in der Gesellschaft, eben über Generationen. Dieser entsteht dadurch, dass sich unsere Wahrnehmung von dem, was normal ist, im Laufe der Zeit durch „Gewöhnung“ ändert. Was eine Generation mit Erschrecken wahrnimmt, z. B. Tornados, riesige Jahresmengen an Niederschlag usw., ist für die Folgegenerationen dann „normal“, sie ist damit herangewachsen.
SBS hat auch Auswirkungen auf unsere Wahrnehmung hinsichtlich der Biodiversität und Artenvielfalt, sowie der Beschaffenheit gesunder Wälder. Die unfassbar kranken „Wälder“ heute, Borkenkäfer zerfressen, für Europas Kraftwerke plattgemacht (siehe Beitrag https://naturdigital.online/verbissschaeden/), sind für nachfolgende Generationen in der Empfindung „normal“, sie kennen es nicht anders. Nach dem neuesten Waldschadensbericht sind aber 4 von 5 Bäumen krank, eine eigentlich sehr bedrohliche Situation ist dann zumindest optisch in den „Wäldern“ als normal empfunden. (Anlage 4)
Wenn wir uns an eine Welt, an diese Bilder, durch generationsübergreifende Abstumpfung „gewöhnen“, in der extreme Wetterereignisse, dauernde Jahrhundertfluten und laufend Rekorde von Hitzewellen und Trockenheit häufiger auftreten, können wir das Ausmaß der Bedrohung, die der Klimawandel für die Menschheit darstellt, möglicherweise nicht mehr vollständig erfassen. Wir relativieren die Ereignisse, wir entziehen uns der Vorstellung des „worst-case-Szenarios“, indem wir dem so gelassen fast gleichgültig entgegensteuern.
Warum ist diese kollektive Wahrnehmungsverschiebung so gefährlich? Wir vergleichen Umweltzustände nicht mit historischen Basislinien, also mit Daten, Fakten, nicht mit Messungen der Vergangenheit, mit Tatsachen der Vergangenheit. SBS erhöht die Toleranz der Gesellschaft für Umweltzerstörung, Artensterben und für den Verlust natürlicher Lebensräume und lässt uns nicht ins so wichtige Handeln, ins Gegensteuern kommen. Was gestern undenkbar war, gilt heute als normal. Wir sind schnell bereit, uns an alles zu gewöhnen. Wir machen selbst katastrophale Entwicklungen dann „akzeptabel“. Unsere Gefühle gegenüber dem Schützenswerten der Welt verändern sich durch diese „Generationen-Amnesie“.
Die schon jetzt verursachte Klimaerwärmung hat bereits ein erdgeschichtliches Ausmaß erreicht. Es drohen für die Menschheit verheerende Folgen, die nicht einfach Theorie, sondern Erfahrungswerte, also Messungen vieler Jahrzehnte sind. Es gab schon immer Sinuswellen des Temperaturverlaufes. Den ohnehin natürlichen, eigentlich extrem langsam verlaufenden Anstieg aber, zu dem die Evolution Zeit in den Reaktionen zur Entwicklung hat, beschleunigen wir so extrem seit Jahrzehnten, dass wir das größte Artensterben seit 66 Mio. Jahren hervorgerufen haben. Allein von 1960 bis heute haben wir den CO₂‑Ausstoß weltweit verdreifacht (Anlage 5 und 6). Während des Lesens oder Hörens des Beitrags hier, sterben allein 1–2 weitere Arten, 150 Arten am Tag.
Die „Kulturlandschaft“, so wie sie seitens der Jagdlobby dargestellt wird, gibt es überhaupt nicht, sie ist eine Scheinwelt, denn überall, wo was wächst, gelten immer auch die Gesetze von Mutter Natur. Die Kulturlandschaft ist lediglich eine menschliche, nach Nutzen und Ertrag geprägte Naturlandschaft. Immer härter erfahren wir das, immer härter schlägt Mutter Natur zurück, zuletzt mit Jahresmengen an Niederschlag, 500 Ltr/m² wie beim Tief „Boris“ im September 2024.
So kann und darf es nicht weitergehen. 32 % der deutschen Landesfläche sind Wald, knapp die Hälfte aller Wälder sind im privaten Besitz, überliefert aus alten, abgeschafften Adelszeiten. Diese Wälder sind heute meist leider nur noch der Holzindustrie dienlich, es sind nur noch tote Holzplantagen. Wichtige ökologische natürliche und durch große Pflanzenfresser korrigierende natürliche Vorgänge werden sofort jagdlich unterbrochen. So sind Pflanzenfresser wie Elche und Wisente einst vernichtet worden. Auch der Hirsch (Rotwild) ist ein hocheffektiver Biodiversitätsbringer. Er schafft Lichtungen, verteilt Samen, bringt neue Pflanzen an neue Orte lädt damit weitere Wildtierarten und Pflanzenarten ein, diesen Stellen zu folgen. So, nur so entsteht Artenvielfalt, entstehen gesunde Wälder.
Das von der Holzwirtschaft eigennützig kreierte Wort „Verbissschäden“ existiert überhaupt nicht in der funktionierenden Natur. Verbissschäden sind lediglich eine holzwirtschaftliche Erlösschmälerung, mehr nicht. Des Weiteren aber dient genau dieser „Schaden“ zur Begründung der Jagd, zur angeblich notwendigen Bestandsregulierung, als würden Pflanzenfresser ganze Wälder auffressen und sich unendlich vermehren, wenn diese nicht ständig dezimiert würden.
Tatsächlich aber bringt erst die Jagd immer mehr Wildtiere hervor, wie die DJV eigenen Jagdstrecken der Jahrzehnte beweisen. Der unendliche Wald-Wild-Konflikt, ein daher gern gelebter Dauerkonflikt, wird auf dieser Ebene ausgetragen und rechtfertigt damit die Jagd auf die Pflanzenfresser, zumindest aus der Sicht der Jägerschaft und Forstwirtschaft. Im Grunde also, weil der Waldbesitzer aus seinem forstwirtschaftlichen Interesse keine Erlösschmälerung duldet. Und das, obgleich diese erst echte gesunde Wälder, damit gesunde Natur, bedeuten würden und ganz erheblich zur Gesundung des Klimas beitragen könnten.
Der Wolf, bestellt von Mutter Natur, versteht es besser, das System zu erhalten, zu fördern, zu begünstigen, sogar zu reparieren, ganz wie das alte russische Sprichwort sagt: Da, wo der Wolf ist, wächst der Wald. Wir brauchen dringend wieder die großen Pflanzenfresser als Biodiversitätsbringer und den Wolf und auch den Luchs als Spitzenprädatoren um das Ökosystem zu reparieren, bzw. am Leben zu erhalten. Jeder Spitzenprädator, ist ein wichtiger Bestandteil der Biodiversität und Artenvielfalt. Sie tragen dort zu einem hohen Grad dazu bei, dass diese zunimmt.
Mit dem Erscheinen des Wolfes in einem Ökosystem wird sich dies auch positiv auf die dort lebenden Wildtierbestände pflanzenfressender Natur auswirken. Der Wolf wird, und das ist erwiesen, als natürlicher Regulator des Wildbestandes für einen wesentlich aktiveren und somit gesunden Bestand an Reh, Hirsch, Wildschwein etc. sorgen. Alte, schwache und kranke Tiere bilden als Erstes die Nahrung. Das Wild bewegt sich mehr und frisst nicht immer an den gleichen Plätzen (genug Wildtierbrücken vorausgesetzt), was sich natürlich auch auf die Flora äußerst positiv auswirkt und von jedem Förster begrüßt werden dürfte.
Auch in unserem dicht besiedelten Deutschland haben wir große Chancen und könnten erheblich zur Verbesserung aktueller bedrohlicher Entwicklungen positiv beitragen. Auch lokal lassen sich Klima und Wetter schon beeinflussen. Selbst in den etwa 14,5 % der städtisch versiegelten Flächen ist viel möglich. Wenn wir Städte begrünen, senken wir dort lokal die Temperaturen im Sommer um bis zu 10 Grad. (Anlage 7). Fast ein Drittel aller Flächen in Deutschland sind Waldflächen. Unsere Wälder sollten nicht verheizt werden, Holz ist entgegen verbreiteter Meinung nicht klimaneutral (siehe Anlage 8). Gebt selbst mal in Google „Pellets Kraftwerke Europa“ zusammen ein und schaut Euch die Ergebnisse an (Anlage 9). Massenhaft seriöse Artikel mit Überschriften wie „Kahlschlag in Europas Wäldern“ oder „Pellet-Produktion auf Kosten der Wälder“ usw.
Wir können und müssen das Klima auch regional verändern. Da, wo der Wald wächst, gibt es Veränderungen! (Anlage 10), tatsächlich auch schon auf Länderebene. Hier ist allerdings Wald im Sinne von echtem Wald gemeint. Wir brauchen dazu auch nicht den Wolf allein, sondern mit ihm die großen Pflanzenfresser. Erste Wisente und Elche überqueren dieser Tage wie der Wolf vor 20 Jahren die Grenze zu Polen. Dringend sollten wir das weiter zulassen, diese nicht der Hobby-Jägerschaft und der Lust auf Trophäen überlassen. Zu sehr tangiert, beeinflusst die Hobbyjagd das natürliche komplexe Zusammenspiel von Wildtieren und Wald, von Natur im Sinne unserer wichtigen Lebensbasis.
Spitzenprädatoren wie Luchs und Wolf sind weit bessere Manager eines natürlichen und gesunden Ökosystems (Anlage 11), wie uns das Versagen des gegenwärtigen Systems der Hobbyjagd verdeutlicht. Der Mensch muss eigentlich nichts machen, nur die Hände in die Taschen stecken und lernen, zu verzichten. Unterstützen müssen wir das System, bzw. die Reparatur mit Wildtierbrücken, damit der genetische Austausch auch wieder über viele Kilometer funktioniert, damit große Pflanzenfresser vom Wolf natürlich gemanagt werden können (Anlage 10).
Die Schaffung großer, jagdfreier Zonen, z. B. lediglich 10 % der Landesfläche, und damit einhergehend die Schaffung echter Wälder und vielfältiger Biodiversität, wären nicht nur der richtige Schritt, sondern auch ein relativ einfach umsetzbarer für uns als Menschheit. Die Holzwirtschaft und die Jagd bestimmen unsere Zukunft! Beide haben einen entscheidenden Einfluss auf unsere Natur. Und diese unsere Natur stellt unser Trinkwasser bereit, filtert die Luft, die wir atmen, und kühlt das lokale Klima erheblich. All das erledigt unsere „Kulturlandschaft“ nur in einer Art Notlauf. Wir haben die Möglichkeiten, verstehen die Kreisläufe immer besser und könnten die Natur helfend an der Seite haben, wir müssen es nur zulassen.
Die Zukunft und das Management der Natur einigen wenigen 430 000 Hobbyjägern, und den ertragsorientierten Waldbesitzern zu überlassen, hat nicht geholfen, den dramatischen Zustand der Wälder zu vermeiden. Nachhaltigkeit wird heute auf die nachhaltigen Konzepte der Forstwirtschaft von Carl von Carlowitz zurückgeführt. Diese zielte auf einen sich selbst erhaltenden Wald ab. Es ist Zeit, dabei nicht nur die Erträge, sondern auch Biodiversität und Gesundheit der Natur zu priorisieren. Bei der Fortsetzung unseres gegenwärtigen Handelns werden zukünftig nicht nur die Wetterkapriolen extremer. Dr. Mark Bennecke verknüpft in seinem Youtube-Beitrag „time is up“ wissenschaftliche Tatsachen miteinander und zeigt nachvollziehbar die düsteren Prognosen für unsere Zukunft auf. Die Flüchtlingsströme der Zukunft sind Massen an Klimaflüchtlingen. Wer heute also gegen den Wolf ist, sollte in letzter Konsequenz auch alle Klimaflüchtlinge mit offenen Armen willkommen heißen.
In diesem wichtigen Zusammenhang erinnere ich nochmals an die Urversion der bis 2030 einzuhaltenden EU-Biodiversitätsstrategie. Insbesondere die von vielen klugen Menschen ausgearbeitete erste Version sah vor, 10 % der Flächen besonders zu schützen, also ohne Bergbau, Fischerei, Holzwirtschaft und Jagd. Eine sich völlig überlassene Naturlandschaft, echte Naturschutzgebiete also. Selbstverständlich nicht eingezäunt, stattdessen mit Wildtierbrücken für ziehendes Wild wie Rotwild, morgen auch für den Wisent und den Elch, für die echten und wichtigen Landschaftsarchitekten eben. (Siehe auch Beitrag https://naturdigital.online/die-elche-kommen/)
Quellen:
1. Jetstream-Veränderungen Terra-X
https://www.youtube.com/watch?v=UNbIfbJumTI
2. Temperaturaufzeichnung
https://scienceblog.at/index.php/NASA-klimawandel-2022
3. Dr. Mark Bennecke „Time is up“ (1,5-Grad-Ziel)
https://www.youtube.com/watch?v=W19k5uquRfw
4. Waldschadensbericht
https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2024/043-waldzustandserhebung.html
5. Statistik CO₂‑Ausstoß
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/37187/umfrage/der-weltweite-co2-ausstoss-seit-1751/
6. Massensterben
https://www.deutschlandfunkkultur.de/biodiversitaet-artensterben-folgen-100.html
8. Holz nicht klimaneutral (BumV)
https://www.bmuv.de/heizen-mit-holz/umwelt/klimaauswirkungen-von-heizen-mit-holz
10. Wald verändert Klima
https://www.klimaschutzstiftung-bw.de/de/klimaschutz/klimaschutz-global-und-regional
11. Der Wolf als Manager
https://www.spektrum.de/news/raubtiere-sind-wohl-doch-nicht-wichtigstes-glied-der-nahrungskette/1281663

Lieber Guido,
zunächst einmal wieder Chapeau! Nicht nur, was das fotographische Können und die Bildauswahl betrifft, sondern auch deine Fähigkeit, komplexe Themen allen Menschen verständlich zugänglich zu machen, ohne das deine Texte dabei an wissenschaftlichem Anspruch verlieren. Eine Gabe und ein wichtiger Faktor im „Kampf“ gegen die bewussten Fehlinformationen aus Lobbykreisen, die wiederum imensen Einfluss auf die Politik nehmen.
Zunächst einmal ist den wenigsten Menschen, wie ich so oft in Gesprächen wahrnehme, der Unterschied zwischen Klima uund Wetter überhaupt bewusst. Hinzu kommt die von dir genannte, persönliche Wahrnehmung, und mehr noch, die Angst vor Veränderungen – Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Denn jede Veränderung bedeutet auch persönliche Betroffenheit und endet oft, anstelle eines Umdenkens, in Verschwörungstheorien oder gar paradoxem Handeln. Ein Beispiel dafür war die extreme Trockenheit im Jahr 2018 und dem daraus resultierenden Apell an die Bürger, Wasser, wo möglich, einzusparen. Just in diesem Jahr nahm gerade im ländlichen Bereich der Anteil der privaten Gartenpools stark zu, besonders bei jüngeren Menschen. Auch war es nach wie vor Vielen ein Bedürfnis, ihren Rasen zu bewässern.
In der Wahrnehmung der jungen Generation ist Vieles normale Realität – das Fehlen der Ackerrandstreifen, das Zerstören von Saumbiotopen oder die fehlenden Insekten auf der Windschutzscheibe. Doch auch unsere Generation, die noch blühende Ackerrandstreifen und Wildhecken entlang der Felder kannte, scheint dies nicht zu vermissen – oder doch? Und so verhält es sich auch mit der Hobbyjagd. Es wird einfach geglaubt, dass alles seine Richtigkeit hat – der Jäger muss es ja wissen, schließlich hat die Jägerschaft ja auch alles dafür getan, sich ihren Platz in der Gesellschaft zu erschleichen und und so wissenschaftliche Erkenntnisse zu negieren. Es ist ja auch viel bequemer, nicht aus seiner Komfortzone kommen und vielleicht sogar noch ein „Stück vom Kuchen“ abgeben zu müssen. Und selbst die Menschen, die hinterfragen, werden oft mit Totschlagargumenten zum Schweigen gebracht.
Es kommen leider in vielen Bereichen „düstere“ Zeiten auf uns zu.
Aber Aufgeben ist keine Option! Und darum ist es umso wichtiger, dass es Menschen wie dich gibt, die wissenschaftlich aufklären ohne abgehoben zu wirken. Nun fehlt uns noch der Schulterschluss aller, die eigentlich das Gleiche wollen.
Ein großes Dankeschön an dich und herzliche Grüße !
Hi Guido,
ich denke ,wie Du weißt, viel und oft über das Shifting Baseline Syndrom nach. Was mir seit geraumer Zeit besonders ins Auge sticht: selbst die ältere Generation, die noch die Käfer und Insektenschwärme auf der Windschutzscheibe kennt, will nicht zurück zu dieser Zeit. Im Gegenteil! Die räumen die Gärten auf als wär’s das eigene Wohnzimmer! UND genau DAS ist das Problem mit Menschen: sobald diese einen Raum „erobert“ und eingenommen haben, also ein „gehört mir – Gefühl“ haben, ist es zu spät! Zurückgeben scheint nicht wirklich zu funktionieren. Der eigene Garten ist ein Stück Wohnzimmer! Der Forstwald, Absatz, die bewirtschafteten Felder ebenso. Scheinbar haben Menschen vergessen, dass DRAUSSEN allen gehört und zwar vor allem der Artenvielfalt. Totale Ignoranz und Arroganz gegenüber dem Lebendingen stellen meiner Ansicht nach die größten Förderer des Shifting Baseline Syndroms dar. Warum werden Gärten nicht sofort als kleine Archen für Insekten und Vögel umgestaltet? Warum rebellieren Enkel nicht, wenn die Großeltern schon wieder ne Kreuzfahrt buchen? Weil ein weiterer Faktor ins Spiel kommt: Hierarchie, die nie in Frage gestellt wird. Sobald wir Verhaltensweisen in Frage stellen, stellen wir die Hierarchie (Kirche und Patriarchat in) in Frage. Wir trauen uns nicht (ich schon 😉 ) unsere Eltern in Frage zu stellen geschweige Chefs, Politik usw. Und ich meine hier nicht bisschen milde kritisieren, sondern radikal in Frage zu stellen. ALLES was wir als Menschheit bisher getan haben, all unsere Gewohnheiten und „macht man halt so“ hat uns hierher geführt! Höchste Zeit für Innehalten, und IN FRAGE STELLEN.
Wenn unser Sinnloskonsum so weitergeht, wird es niemals echten Naturschutz geben, das erlaubt das ökonomische momentane System nicht. Auch wenn viele emotional leiden, sie gehen doch weiter in ihre frustrierenden Jobs, überkonsumieren, leasen sich alle 3-5 Jahre ein neues Auto….und jetzt noch KI, frisst auch Energie und damit Lebensraum, der für die Artenvielfalt wichtig wäre. Und Maßlosigkeit in allem scheint ja auch noch zu trenden. Jeder muss sich ja jederzeit alles „gönnen“! Also was tun? Ich hab mich entschieden, auch wenn es wirklich sehr oft nicht einfach ist, mit aller Kraft dagegen zu halten! Auch wenn ich schief angeschaut werde! Dieses absurde leere Dasein im Konsum- und Zerstörungswahn auf allen Ebenen sollte aufhören. Unsere Erde ist der Hammer! Lebendig! Einzigartig! Ich hab nicht das Recht, sowas wundervolles zu zerstören!
Liebe Grüße, Nina
Danke lieber Guido ,für diesen wichtigen Beitrag. Eindringlich und gut zu verstehen ,das erwartet man ja bereits von Dir.😉
Dennoch ist genug Raum für eigene Gedanken und Fragen ,die wunderbar von den vorangegangenen Kommentatoren eingebracht wurden. Mir fällt schon jahrelang auf ,kein Mensch denkt daran ,daß Energiesparen auch eine Option wäre .Immer mehr elektrische Geräte versüßen uns das Leben und wir nutzen sie . Akkus sind das Zauberwort – auch die brauchen Strom und sind in der Herstellung auch noch fragwürdig. Das Sparen ,oder Nichtverbrauchen von Energie kommt heute kaum noch zur Sprache ,würde aber wichtige Ressourcen schonen. Das nur als Gedanke ,was man als Einzelner tun könnte ,denn unsere Politik zeichnet sich für mich als Totalversager in Sachen Klima- und Naturschutz aus.
Seit Jahren werden Energiewende und Co. propagiert und finanziert auf Teufel komm raus ! Hat sich aber im Gegenzug auch nur ein Parameter der für den Klimawandel wichtigen Messwerte verbessert ? Ich weiß es nicht. Nicht daß ich die erneuerbaren Energien schlecht finde ,im Gegenteil ,aber meinem Gefühl nach machen sie auch nur wieder ihre Betreiber reich und die Dreckschleudern laufen trotzdem weiter ,wenn auch an anderen Orten .
Hi Guido, wieder mal ein top recherchierter gelungener Artikel 🙏🏼
Time is up
yes really. we messed up. 🙁
Die Menschheit ändert sich nicht, lernt nichts aus Vergangenem. Sie macht weiter wie bisher, obwohl sie schon die Auswirkungen ihrer Zerstörungswut zu spüren bekommt.
Mit großem Interesse habe ich deinen neuen Beitrag gelesen. Wie immer sehr verständlich, aufschlussreich und interessant formuliert. Die Aussagen „Wetterextreme“ gab es immer schon kenne ich auch. Allerdings kann ich mich aus früheren Zeiten an keine Extreme wie in der heutigen Zeit erinnern. Schon alleine wenn ich an die Jahreszeiten denke, gibt es enorme Veränderungen. An Winter mit eisigen Temperaturen und regelmäßigem Schneefall kann ich mich nur noch aus meiner Kindheit erinnern. In den letzten Jahren verschiebt sich alles immer mehr und die kühlen Jahreszeiten werden immer wärmer. Da kann einer erzählen was er möchte, das gab es vor über 30 Jahren einfach nicht. Auch die zunehmenden und immer häufiger auftretenden extrem starken Regenfälle kenne ich erst seit den letzten Jahren. Wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht, sieht man die Veränderung an den Wäldern mit am deutlichsten. Jedem fällt es auf und man spricht darüber, aber das was daran geändert werden könnte bzw. der Mensch etwas daran ändern könnte, fällt den Wenigsten ein. Und wenn ich lese, dass für die junge Generation der derzeitige Zustand der Wälder als normal angesehen wird, wird mir ganz mulmig. Es wird Zeit das man die Wälder nicht mehr als kommerziell betrachtet und sich stattdessen für die Gesundheit derer einsetzt. Dazu gehören natürlich, wie auch immer von dir dargestellt, die Akzeptanz der Spitzenprädatoren und ebenso wichtigen Pflanzenfresser. Eigentlich gibt es genügend Dokumentationen über dieses Thema, aber anscheinend schließt ein bestimmter Personenkreis nur allzu gern die Augen davor bzw. will es nicht wahrhaben. In meinen Augen sehr traurig. Der Mensch stellt sich immer als besonders intelligent dar, aber welche Tierart würde sich selbst den eigenen Lebensraum zerstören, außer der Mensch? Keine wäre so dumm. Auch ich kann nur hoffen, dass viele und immer mehr deine Beiträge lesen und diese in die Welt hinaus getragen werden. Auch kann mich nur dem anschließen, dass deine sachlich ausgeführten Beiträge in Schulbücher gehören. Zum Abschluss möchte ich dir noch zu diesem großartigen Bild gratulieren. Weiter so Guido 🙋🏼♀️
WOW Guido…wieder einmal mehr bin ich absolut fasziniert von deinen ausgezeichneten, aufwendigen Recherchen zu einem komplexen Thema, das von viel zu vielen Menschen, der weltweiten Bevölkerung nicht wahrgenommen werden will. Was mich dabei total nervt und ärgert, wenn Politiker, wie z. B. Herr Merz, dann Aussagen treffen, dass Klimaschutz in Politik total überbewertet wird. „Das Thema Klimaschutz rangiert schon seit langer Zeit in den Augen der Bevölkerung nicht da, wo es in der Politik gesehen wird.“ Das Argument, die Zeit laufe ab, in der Maßnahmen noch den nötigen Erfolg haben könnten, teile er ausdrücklich nicht. „Es ist eben gerade nicht so, dass morgen die Welt untergeht. Wenn wir in den nächsten zehn Jahren die Weichen richtig stellen, sind wir auf einem guten Weg“. Das Interview wurde am 26.04.2023 mit der Wochenzeitung „Die Zeit” geführt. Das soll der nächste Bundeskanzler werden?! Auch Herr Scholz, der sich ja u.a. auf Plakaten selbst mit „Klimakanzler“ betitelte, kann sich keinerlei Aktivität rühmen. FDP, CDU/CSU fordern vehemente eine Aufschiebung des Verbrenneraus über 2030 hinaus, weigern sich strikt km-Begrenzungen einzuführen, anstatt kaputte Straßen zu renovieren, werden neue gebaut, ganz zu schweigen von dem unendlichen Flächenfraß für immer neue Industriegebiete. Auch die Reaktionen auf die Hochwasserlagen der letzten Jahre, entlockten Herrn Söder beim erst kürzlichen Hochwasser die dämliche Aussage „Das konnte man ja nun wirklich nicht erwarten“ Ach, tatsächlich nicht?! Die Liste könnte man unendlich weiterführen…. Aber ich will natürlich nun nicht alle Schuld alleine den div. Politikern zuweisen. Es liegt schon auch an uns Bürgern, mehr für den Klimaschutz aktiv zu werden, das kann jeder Einzelne auch für sich im Kleinen machen und gemeinsam kann (muss) man die Politik mehr unter Druck setzen.
Mittlerweile ist das Wort Kulturlandschaft, für mich genauso ein rotes Tuch wie die Jäger. Bei deiner Beschreibung dazu, auch über den Zustand unserer Wälder, über die Holzwirtschaft, Verbissschäden, dem unendlichen Wald-Wild-Konflikt, die massenhafte Vernichtung der Pflanzenfresser durch Jäger, bin ich zu 100 % bei dir. Wenigstens wurde mittlerweile doch bekannt gemacht, dass Pelletheizungen ebenfalls sehr schädlich für das Klima sind. Wir dürfen unsere für das Klima so wertvollen Wälder nicht einfach verheizen. Auch das Renaturieren von Mooren muss dringend vorangetrieben werden. Ebenso das unserer Flüsse und Bäche.
„Der Wolf, bestellt von Mutter Natur“…diese Aussage gefällt mir so richtig gut! Wie du schon schreibst, sind Spitzenprädatoren ein wichtiger Bestandteil der Biodiversität und Artenvielfalt und weit bessere Manager eines natürlichen und gesunden Ökosystems. Seit einigen Tage bin ich nun schon sehr wütend, dass UvdL ihren privaten Rachefeldzug auf Wölfe intensiviert hat. Trotz des eindeutigen Urteils des EuGH, dass Wölfe streng geschützt bleiben. Und ich habe auch den EuGH angeschrieben , u.a. mit der Frage, ob für die EU-Kommission, Urteile des EuGH nicht binden sind. Mal sehen, ob ich eine Antwort bekomme.
Abschließend danke ich dir sehr Guido, für deine viele Arbeit und Mühe, solch komplexe Themen für uns alle verständlich und nachvollziehbar aufzubereiten und auch für die tollen Fotos. All deine Beiträge speichere ich mir übrigens auf meinem PC ab und lese auch immer wieder darin nach, weil ich in deinen Beiträgen so viele Antworten auf meine Fragen finde.
Lieber Guido,
zuerst mal: was für ein Foto, da bin ich hin und weg und absolut begeistert.
Und ja, das Gefühl von „Time is up“ hängt schwer über einem und wird leider aufgrund vieler Entwicklungen nicht leichter zu stemmen. Dein Beitrag ist so wertvoll fürs Verständnis so vieler wichtiger und notwendiger Zusammenhänge und absolut nachvollziehbar auch für jene, die sich mit diesen Themen oder Teilen davon nicht oder nicht so tief beschäftigen.
Auch auf diesem Weg sage ich Dir Danke für deine Aufklärung und nachvollziehbaren und verständlichen Texten, die so vielen aus dem Herzen sprechen. Mir auf jeden Fall. LG Sabine
Lieber Guido,
Ein Hammer Bild! Diesen Sprung sollten Politiker und die Mächtigen auch einmal wagen. Vom Nichts tun, auf die andere Seite wechseln.
Manche Menschen fühlen sich ohnmächtig angesichts der Tragweite dieser Probleme. Andere glauben, die Klimakrise sei weit weg, weitere glauben, das es keine globale Klimakrise gibt, weil die Erde doch eine Scheibe ist und kein Globus. Diese Leute „regieren“, treffen Entscheidungen auf der Ganzen Welt und kümmern sich nur um Ihr eigenes Wohlbefinden (finanziell). Heute reicht es auch nicht mehr nur Politiker zu wählen die für unsere Sache einstehen, denn die drehen so schnell in die andere Richtung wie ein Fähnchen im Wind. Man muss selbst was unternehmen, wie Du!
Wie schwer es ist, den Wald wieder zurückzuholen, wenn er Weg ist, muss Schottland zurzeit schmerzhaft erfahren. Das kostet richtig viel Geld und ist nur mit Geld auch nicht zu schaffen. Nur mit vielen Freiwilligen und Geld kann es vielleicht klappen, wenn die Zeit noch reicht. Also lieber heute schützen, als morgen jammern.
Der Mensch wäre kognitiv in der Lage etwas zu ändern. Es gibt mittlerweile viele Studien zum Thema „Klimawandel und warum wir nichts am Verhalten ändern“.
Wir haben immer eine Wahl: In der Restaurant, im Supermarkt, bei der Ferienplanung. Obwohl wir wissen, dass der Vegiteller verantwortungsvoller wäre als die Bratwurst, die Beeren aus der Region vernünftiger als die Ananas aus Zentralamerika und die Zugfahrt klimaschonender als der Langstreckenflug, entscheiden sich noch zu viele dagegen.
Grund dafür sind Automatismen, die tief in uns verankert sind und sich nicht so einfach verändern lassen. Wir reden uns vieles schön oder verdrängen das Ganze.
Wir, die die Krise(n) sehen, schaffen die Veränderung. Aber auch wir haben zu kämpfen damit, weil es eben nicht so einfach ist. Darum werden es aber die andern die das entweder nicht wissen oder nicht wissen wollen, noch sehr viel mehr Mühe haben ihr Verhalten zu ändern.
Man kann nur hoffen, das die junge Generation auf der Ganzen Welt, diese Änderung schafft und etwas Grundlegendes ändert. Hoffentlich ist es dann noch nicht zu spät. Den „Time“ ist eigentlich schon „up“…
Danke für den Beitrag Guido, der das Wissen vermittelt, dass junge Leute heute brauchen um das Morgen noch erleben zu können. 🍀🤝🙋🏻♂️
Klasse Beitrag!👏🏼👏🏼👏🏼 Du verfasst deine Beiträge so einfach und verständlich ohne das man irgendetwas davon hinterfragen muss. So gut und wichtig das Menschen wie dich gibt die sich da extrem befassen, man merkt wirklich sehr das die das ganze sehr am Herzen liegt!🙏🏼🙏🏼🙏🏼
Time ist Up – tatsächlich spüre ich das, das schleichend immer weniger Tiere in den/unseren Wäldern zu sehen sind. Die Vorstellung allein das Tiergarten ausgelöscht worden sind macht mich Traurig und wütend zugleich. Es ist einfach eine Schande das der Mensch so extrem seine Finger im Spiel hat und es nicht begreift/begreifen will das genau das , das schlimmste überhaupt ist. Wie auch das mit dem Wolf, es kann so einfach sein mit dem Wolf & allem eine Koexistenz zu führen, es fühlt sich auch einfach schön an.❤️ Vielen Dank für deinen Beitrag, Guido. Wieder mal sehr informativ und wichtig und zum Nachdenken/Umdenken anregend.🙏🏼🙏🏼🙏🏼 jeder Beitrag von dir ist zum Nachdenken/Umdenken anregend. Der Mensch muss es nur verstehen und vorallem auch wollen.🙏🏼
Ganz Liebe Grüße, Nancy
Zuerst muss ich einfach mal die Art und Weise hervorheben, wie du deine Beiträge verfasst. Du leistet so viel Vorarbeit und schaffst es dadurch, komplexe Zusammenhänge für uns Leser so verständlich darzustellen 🙏 Allein dieser Beitrag enthält für mich so viele neue Informationen, die sich inzwischen fast nahtlos in bisher Gelerntes einfügen.
Wer bringt schon den Wolf mit Klimaerwärmumg in Verbindung, bzw. als Faktor, der positiv darauf einwirken kann. Das Bild wird immer vollständiger, es fügt sich immer mehr zusammen. Es geht um die Gesamtheit, die Interaktionen, Synergieeffekte … Pflanzenfresser, Beutegreifer, gesündere Wälder, besseres Klima … diese Chance zu nutzen, wenn wir uns mehr raushalten bzw. natürlicher verhalten, anstatt die Natur weiter auszunutzen. Ich habe über ein Projekt (Biodiversität und Klimaschutz) in Peru gelesen, in dem eng mit indigenen Völkern zusammengearbeitet wird. Die Wälder dort im Amazonasgebiet sollen zu den artenreichsten weltweit gehören, eben mit einer großen indigenen Bevölkerung. Menschen, die im Vergleich zu uns, vielmehr mit der Natur leben. Auch dort führt die zunehmende Waldrodung zB zu Überschwemmungen. Wo hat man schon einmal die Möglichkeit, durch weniger Tun viel mehr zu erreichen. Deine Recherchen und wissenschaftlichen Nachweise sprechen einfach für sich. Diese Homepage ist inzwischen wie ein Nachschlagewerk, wie ein Garant für seriöse Sachverhalte zum Thema Natur & Co. 👏🙏
… und wieder ein beeindruckendes Erlebnis in Fotos festgehalten 🫶
Danke für den informativen Beitrag und die tollen Aufnahmen :). Das erste Foto mit dem springenden Hirsch hat ja schon Symbolcharakter: Er springt von der linken gemähten Fläche über den Graben auf die ungemähte Seite. Er würde sich sicherlich in Landschaften wie Wälder und Wiesen, die nicht von Menschen reguliert werden, wohler fühlen.
Kann sich noch jemand an die autofreien Sonntage in den 70er Jahren erinnern? Bei manchen blieb sicherlich in Erinnerung, das Öl nicht unendlich vorhanden ist und man am Verbrauch sparen wollte. Die tatsächlichen Gründe waren ganz andere, politisch und auch wirtschaftlich motiviert und zeigten auch die Abhängigkeit des Westens von den Ölvorkommen in den arabischen und auch südamerikanischen Ländern auf.
Nun hätte der Mensch seine ihm von der Evolution mitgegebene Intelligenz schon damals dafür nutzen können, Alternativen zu erforschen. Hat er auch: Atomkraftwerke waren eine der Folgen.
Genauso schnell entwickelten sich aber neue technische Möglichkeiten zur Entdeckung von Erdölvorkommen und auch zur Förderung des Öls , finanziert von erdölfördernden und -produzierenden Firmen. Standen den Kosten ja schließlich auch Milliardengewinne gegenüber. Die Krise geriet schnell in Vergessenheit. Immer mehr CO2-ausstoßende Autos, Flugzeuge, Kreuzfahrtschiffe. Auch diesem CO2 verdanken wir den Klimawandel. Wir wissen, dass sich intakte ! Moore, Wälder, Böden und auch die Meere als Co2-Speicher hervorragend eignen und dennoch wird sich nur halbherzig für deren Erhalt eingesetzt, weil ja Gewinne wegbrechen würden ohne Torfabbau, ohne Verwertung des Holzes aus den Wäldern. DIe Meere werden überfischt, mit Plastik zugemüllt, mit Pestiziden verseucht, Torf immer noch abgebaut, obwohl es längst Alternativen gibt, die Wälder abgeholzt, teils auch für Windkrafträder und Solarplantagen.
Rein zufällig (?) wurden gegen Ende der 70er Pelletheizungen entwickelt und in den Folgejahrzehnten der Einbau mit staatlichen Mitteln gefördert. Sie werden mit Holz betrieben, das aus unseren Wäldern stammt und das mittlerweile auch weltweit bezogen wird. Als „Sahnehäubchen“ obendrauf kommen nun auch noch Holzkraftwerke. Aber wir brauchen unsere Wälder dringendst, um den Klimawandels abzumildern oder zumindest zu verlangsamen.
Ausbaden müssen die Folgen des Klimawandels wir alle. Beteiligen sich eigentlich auch die Unternehmen, die die Ursachen für Klimawandel durch den Raubbau fördern und teils Milliardengewinne machen, an den Schäden durch Fonds o.ä. ? Versicherungen gegen solche Schäden sind jetzt schon kaum mehr bezahlbar und der Staat kann nicht immer eintreten bei Klimakatastrophen.
Es muss dringend ein Umdenken in allen Bereichen stattfinden: Jagd, Forst- und Agrarwirtschaft, Fischerei, Industrie und auch in unserem Konsumverhalten. Allen voran muss auch endlich ein Umdenken in der Politik stattfinden: Keine Beeinflussung durch Lobbyisten, die nur auf Wahrung ihrer eigenen Interessen und Gewinne aus sind, und den Schwerpunkt auf wissenschaftliche Studien legen. Ohne Wenn und Aber.
Lieber Guido, wieder ein toller lehrreichen Beitrag so wie alle. Ich hoffe das viele junge Menschen ihn lesen um zu verstehen das es nicht mehr kurz vor zwölf ist, sondern schon weit drüber. Gerade auch wieder aktuell das Thema Wolf, ganz schrecklich. Artenschutz ,so ein großes Thema für uns alle also willkommen Wisent und Elch zurück in unseren Wäldern. Ich kann mich noch an meine Kindheit erinnern, da gab es noch Sommer und Winter mit oft ganz viel Schnee. Heute wissen die wenigsten Kinder wie Schnee aussieht oder sich anfühlt, einfach nur traurig.
Ich hoffe das du wieder viele Menschen erreichen kannst, sage einfach Dankeschön für deine viele Arbeit, deine Recherchen und die Liebe zu den Tieren. Ich schätze es sehr wert was du für uns alle tust . ❤️🐾🐺❤️
Was für ein Beitrag, Guido!!!! Von Grund auf erläuterst du hier Ursache und Wirkung! Der Mensch als Gewohnheitstier kennt inzwischen Kriege,Dürren,Überschwemmungen, is nicht so schlimm,kam gestern schon in den Nachrichten, man kann ja umschalten…
Ich schließe mich Marc an und finde dieser Beitrag sollte den Weg in die Schulen finden! Nur ein Umdenken,die Bereitschaft Neues zuzulassen könnte etwas verändern,Flora,Fauna,die Menschheit bewahren und schützen! Und nichts tun läge doch den Meisten,es wäre nicht so schwer….
Interessant finde ich vor allem immer wieder, dass Land-,und Forstwirte zu gerne das ‚Argument‘ bringen ,heiße Sommer hätte es früher schon gegeben‘ etc…müssten nicht gerade die, die täglich mit den Auswirkungen des Klimawandels zu kämpfen haben, sehen, dass es schon fünf NACH zwölf ist? Nein,es zählt Ertrag und Bewirtschaftung,mehr und schneller und größere Maschinen, die völlig ausgelaugten Böden kann man dann ja mit den Hinterlassenschaften der viel zu eng stehenden Kühe und Schweine wieder ertragreich machen! Dass das auf Dauer nicht funktioniert muss begriffen werden, in Zusammenhang mit dem großen Ganzen gesehen werden! Genau so wie Wolf und Luchs und Fuchs und Wisente und Elche und die bösen Verbiss-Rehe! Wann kapiert der Mensch endlich,dass JEDES Lebewesen wichtig für den gesamten Kreislauf ist??
Bloß beim Menschen bin ich mir ab und zu ein wenig unsicher😏😉..
Ich danke Dir für Deine Arbeit,Guido! Und für diese unfassbar schönen Bilder,die nicht übersehen werden sollten😉!!
Es gibt sie immer wieder, die Menschen, die die Entwicklungen verleugnen. Vielleicht, oder ganz sicher sogar, weil sie sich eingestehen müssten, dass das eigene Verhalten kontraproduktiv ist, wenn es darum geht, den Schalter umzulegen, der Natur wieder auf die Sprünge zu helfen.
Und das, obwohl schon längst sichtbar, fühlbar ist, wie viel Schaden unser Handeln anrichtet.
Sich weiterzuentwickeln ist Teil der Evolution. Bei uns ist diese so weit fortgeschritten, dass wir es geschafft haben, Dinge zu erfassen, zu messen, zu dokumentieren, diese Trends zu bewerten. Doch im Anschluss daran scheint sie ein Ende zu nehmen, denn noch zu viele verlassen ungern den alten Trott.
Der hochentwickelte Homo sapiens handelt nicht mal zum Wohle seiner eigenen Lebensgrundlage. Kein Geschöpf wäre so (sorry für den Ausdruck) dämlich, diese Entwicklung zu verunglimpfen, sie sogar noch zu verschärfen.
In diesem Zusammenhang spielt auch der Umgang mir der heimischen Wildtierwelt eine entscheidende Rolle.
Spezialisiert auf die Selektion, die Waldverjüngung durch den Samentransport, oder den „Verbiss“, so wie von Mutter Natur vorgesehen, sind sie unsere unersetzlichen Helfer. Das auch noch, man möge es sich vorstellen, im Gegensatz zu den aufwendig gehaltenen Nutztieren, kostenlos.
Worauf warten wir denn? Die Zeit ist JETZT! Kein Tag, den wir länger warten, wird uns zu einem anderen Ergebnis führen. Das Gute daran, jeder kann sofort aktiv etwas ändern, nimmt direkt Einfluss, indem er beispielsweise sein Konsumverhalten überdenkt.
Vielen Dank Guido, für den aufschlussreichen Beitrag, der einen Platz in den Lehrbüchern unserer Kinder verdient hätte!
Solange es selbst bei den „Grünen“ Minister*innen gibt, die populistische Ansichten zum Thema Wolf nur zum Wähler-Stimmen-Gewinn vertreten, gibt es doch immer erhebliche Rückschläge: Hört auch ergänzend das Geplapper. von Politiker*innen in folgendem Podcast an und wie man Wisente weggelöst von der Wissenschaft sieht. ALS PROBLEM! wie immer wird die Natur als Problem dargestellt und selten der Mensch.
https://share.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.html?mdm:audio_id=dira_DLF_f4a8b040
https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/wisentprojekt-bald-ohne-flaeche-100.html
Was ich alleine im Urlaub an dummen Sprüchen über Wölfe gebört habe, von Menschen die alleine durch Zeitungen falschinformiert wurden, passt auf keine Kuhhaut. Um so wichtiger, dass sich selbst geistig überforderte Menschen, auf Deiner Seite bestens informieren können. Danke.